Bürger:innenrat für Ernährungspolitik

Die Empfehlungen des Bürger:innenrats für Ernährungspolitik sind da!

Nach fast einem halben Jahr ist es nun soweit: Am  Wochenende vom 5. und 6. November 2022 haben sich die Teilnehmenden des Bürger:innenrats zum Abschlusswochenende in Zürich getroffen und über die finalen Empfehlungen an die Politik entschieden! Alle Empfehlungen und Abstimmungsresultate finden sie hier:

Warum braucht es einen Bürger:innenrat für Ernährungspolitik?

Was wir essen und wie wir unsere Lebensmittel produzieren, beeinflusst unseren Planeten und unsere Gesellschaften wie keine andere menschliche Aktivität. Unsere Ernährungspolitik wirkt sich auf die Klimakrise, die Bodenfruchtbarkeit, das Artensterben oder die Belastung der Wasserressourcen aus. Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, hat sich die Schweiz dazu verpflichtet ihr Ernährungssystem umzugestalten. 

Mit der Strategie Nachhaltige Entwicklung 2030 spricht sich der Bundesrat unter anderem für einen grundlegenden Wandel hin zu einem nachhaltigeren Ernährungssystem in der Schweiz aus. Um Strategien für diesen Wandel auszuarbeiten, fanden im Jahr 2021 bereits nationale Dialoge statt. Der Bürger:innenrat für Ernährungspolitik ist eine Fortsetzung dieser Dialoge auf eine andere Art mit direktem Einbezug der Schweizer Bevölkerung. Der Prozess wird vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV), sowie dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützt.

„Wie soll eine Ernährungspolitik für die Schweiz aussehen, die bis 2030 allen Menschen gesunde, nachhaltige, tierfreundliche und fair produzierte Lebensmittel zur Verfügung stellt?“

Das Besondere an Bürger:innenräten ist, dass die Teilnehmenden zufällig aus der Bevölkerung ausgelost werden. So kommen Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammen. Zum Beispiel sitzen Köch:innen neben Kindergärtner:innen, und Rentner:innen neben Jugendlichen. Dahinter steht die Idee, dass eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen zu vielfältigeren und breiter akzeptierten Lösungen kommt als eine Gruppe von einander ähnlichen Menschen. So können die vom Bürger:innenrat erarbeiteten Empfehlungen als wertvolle Entscheidungshilfe für Politiker:innen bei komplexen Themen dienen.

Bürger:innenräte sind eine Bereicherung und eine Ergänzung zu den aktuellen politischen Abläufen. Sie tragen dazu bei, gesellschaftliche Spaltungen zu überwinden und insbesondere politisch wenig beteiligte Bevölkerungsgruppen stärker miteinzubeziehen.

 
 


Der Prozess

Beim Bürger:innenrat für Ernährungspolitik kommen zufällig ausgeloste, in der Schweiz wohnhafte Menschen zusammen und gehen in einem ergebnisoffenen Format der Frage nach, wie eine nachhaltige Ernährungspolitik in der Schweiz 2030 aussehen könnte.

Die so ausgewählte Gruppe soll die Schweiz bezüglich verschiedener Merkmale wie beispielsweise Geschlecht, Alter, politischer Einstellung, Bildungsstand oder Verteilung der Stadt-Land-Bevölkerung möglichst gut abbilden. Am Ende des Bürger:innenrats stimmen die Teilnehmenden über die gemeinsam erarbeiteten Empfehlungen ab, die anschliessend an die Politik und Verwaltung übergeben und der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.


Organisator:innen

Der Bürger:innenrat für Ernährungspolitik ist Teil des Projekts „Ernährungszukunft Schweiz“ der Stiftung Biovision, des Vereins Landwirtschaft mit Zukunft, und des Netzwerks für Nachhaltigkeitslösungen  (SDSN Schweiz).

Diese Organisationen beauftragten collaboratio helvetica  mit dem Prozessdesign und der Durchführung des Bürgerinnenrats (z.B. der Planung und Moderation der Veranstaltungen). DemoSCOPE, wurde für das Projekt mit der Suche und zufälligen Auswahl der Teilnehmenden des Bürger:innenrats beauftragt.

Der Prozess wird vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW), dem Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) unterstützt und von zahlreichen Stiftungen finanziell mitgetragen.

Verwandte Videos:

Mit dem Restaurant Werkhof lernte ein Teil des Bürger:innenrats einen Gastronomiebetrieb kennen, der ausschliesslich Produkte verarbeitet, die in der Schweiz wachsen. Was es heisst ohne Pfeffer, Zitrone, Schokolade und Kaffee zu kochen, erfährst du im Video.

 

Im Sommer 2022 unternahm der Bürger:innenrat für Ernährungspolitik Lernausflüge in der ganzen Schweiz. Während diesen Lernausflügen besuchten die Teilnehmenden in Gruppen zukunftsfähige Praxisbeispiele des Schweizer Ernährungssystems.

Im Tessin besuchte ein Teil des Bürger:innenrats das Lebensmittelhandwerk Tigusto, welches frische und faire Bio-Lebensmittel aus lokalem Anbau produziert, und den Gemeinschaftsgarten Lortobio. Dort wird aus vielfältiger Natur gesunde Nahrung – dank altem Wissen seit Jahren sogar ohne Bewässerung.

Blogs & Medien:

SRF: Wenn Bürgerinnen und Bürger bei der Ernährungspolitik mitreden
Lies den vollständigen SRF-Artikel, indem du hier klickst.

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